Jahresbericht 2010

1. Allgemeines

Im Berichtsjahr ging die Zahl der Gesuche im Bereich der Dokumentarfilme deutlich zurück. Allerdings betraf der Rückgang nur die deutsche Schweiz. Ursache dafür dürften Budgetkürzungen bei SF sein, welche dazu führten, dass erheblich weniger Projekte realisiert werden konnten, welche den Beitragsbedingungen des Teleproduktions-Fonds entsprachen. Demgegenüber blieben die Gesuche für fiktionale Produktionen im Rahmen des Vorjahrs.

Im Bereich der Produktion von Fernsehfilmen hat sich die im Vorjahr begonnene Entwicklung bestätigt: In der Suisse romande werden keine Fernsehfilme mehr produziert; das Sendeunternehmen konzentriert sich auf die Herstellung von zwei fiktionalen Serien pro Jahr. SF wird die Zahl der Fernsehfilme zwar beibehalten, will aber zwei Filme pro Jahr in der Krimi-Serie „Tatort“ produzieren. Der Teleproduktions-Fonds hat SF zugesichert, die Produktionen ausserhalb der „Tatort“-Reihe mit höheren Beiträgen zu unterstützen, sofern SF an der Gesamtzahl von 6 Produktionen pro Jahr festhält.

2. Organe

Die Gesellschafterversammlung traf sich im Berichtsjahr zu 6 Sitzungen. Sie setzte sich aus den folgenden Personen zusammen:

  • Als Vertreter der Kulturstiftung für Audiovision:
    • Willi Egloff, Bern;
    • Patrice Gilly, Zürich (bis September 2010);
    • Charlotte Heinimann, Basel (ab Dezember 2010);
    • Hans Läubli, Affoltern a.A.;
    • Ruedi Santschi, Zürich.
  • Als Vertreterin des Kulturfonds Suissimage:
    • Carola Stern, Zürich.
  • Als Vertreter der SSA:
    • Jean Cavalli, Lausanne;
    • Pierre-André Thiébaud, Martigny.
Als Vertreter der Selektionskommission nahm ausserdem Yves Raeber mit beratender Stimme an den Gesellschafterversammlungen teil.

3. Fördermittel

Im Berichtsjahr wurden dem Teleproduktions-Fonds von den drei Trägerorganisationen Geldbeträge von insgesamt Fr. 1'900'000 zur Verfügung gestellt. Davon stammten Fr. 1'200'000 von der Schweiz. Kulturstiftung für Audiovision (Swissperform), Fr. 600'000 vom Kulturfonds Suissimage und Fr. 100'000 von der Société Suisse des auteurs. Weiter wurden Darlehen in der Höhe von Fr. 36'000 zurückbezahlt. Zusammen mit Zinserträgen standen dem Fonds somit insgesamt rund 1,95 Mio. Fr. zur Verfügung.

Die beiden Selektionskommissionen beschlossen die Gewährung von Darlehen im Gesamtbetrag von Fr. 1'670’000. Die zur Verfügung stehenden Beträge wurden somit nicht ganz ausgeschöpft. Die im Berichtsjahr nicht vergebenen Mittel werden auf das Folgejahr übertragen und stehen uneingeschränkt für zukünftige Darlehen zur Verfügung.

4. Einzelgesuche

Im Jahr 2010 gingen beim Teleproduktions-Fonds insgesamt 27 Gesuche ein. Beantragt wurden ausschliesslich Beiträge an die Herstellung.

Als Experte amtierte auch in diesem Berichtsjahr Constantin Wulff, Autor, Filmproduzent und ehemaliger Direktor des österreichischen Festivals „Diagonale“. Die Selektions­kommission der deutschen Schweiz setzte sich aus Gitta Gsell, Yves Raeber und Olivier Zobrist zusammen, diejenige der Suisse romande aus Emanuelle de Riedmatten, Frank Semelet und Pierre-André Thiébaud.

Von den insgesamt 27 Gesuchen wurden 24 gutgeheissen und 3 abgelehnt. Im Einzelnen wurden die folgenden Darlehen beschlossen:
Molly Monster 2 (Animation) Little Monster GmbH Fr. 80'000.– für die Herstellung
Y2K (DF) Rita productions Sàrl. Fr. 30'000.– für die Herstellung
Heavy Classic (DF) Team Stratenwerth Fr. 35'000.– für die Herstellung
Zartbitter (DF) Freihändler Filmproduktion GmbH Fr. 40'000.– für die Herstellung
Jump (SF) Hugofilm Productions GmbH Fr. 140'000.– für die Herstellung
Erwin Wurm (DF) Pixiu Films AG Fr. 25'000.– für die Herstellung
Eine Frage des Vertrauens (SF) Turnus Film AG Fr. 140'000.– für die Herstellung
Silberkiesel (SF) Snakefilm GmbH Fr. 200'000.– für die Herstellung
La saga des Perrochon (DF) Point Prod SA Fr. 20'000.— für die Herstellung
T’es pas seule 2 (Série) Rita productions Sàrl. Fr. 170'000.– für die Herstellung
Crom (Série) CAB Productions SA Fr. 170’000.– für die Herstellung
Les palmes de M. Paul (DF) CAB Productions SA Fr. 20’000.– für die Hertellung
Angekommen in El Porvenir (DF) PS-Film GmbH Fr. 20'000.– für die Herstellung
Ruhestörung (SF) Hugofilm Productions GmbH Fr. 200'000.– für die Herstellung
Le bruit de mon silence (DF) Tlaloc Film (Daniel Calderon) Fr. 30'000.– für die Herstellung
Mord hinterm Vorhang (SF) Dschoint Ventschr AG Fr. 140'000.– für die Herstellung
L’autre versant de Gstaad (DF) JMH Productions SA Fr. 15'000.– für die Herstellung
Gottfried Honegger (DF) Fama Film AG Fr. 40'000.– für die Herstellung
Gotthard Schuh (DF) Imagofilm AG Fr. 20'000.– für die Herstellung
Absturz am Gauligletscher (DF) C-Films AG Fr. 40'000.– für die Herstellung
La double mort de Michel C. (DF) Point Prod S.A. Fr. 20'000.– für die Herstellung
Bon dye bon (DF) artemis films productions SA Fr. 20'000.– für die Herstellung
Tutti giù (DF) Imagofilm AG Fr. 20'000.– für die Herstellung
Cuno Amiet (DF) Schumacher & Frey GmbH Fr. 35'000.– für die Herstellung

5. Administratives

Der Verwaltungsaufwand hielt sich im Rahmen des Vorjahres. Der Zinsertrag ging gegenüber dem Vorjahr noch weiter zurück, da der Zinssatz auf dem Bankkonto nochmals tiefer lag und kurzfristige zinstragende Geldanlagen kaum noch möglich sind.

Bern, 2. März 2011

Teleproduktions-Fonds GmbH

sig. Dr. Willi Egloff, Geschäftsführer